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Wachsstock

Der Wachsstock eine besondere Kerze

 

Die Entstehung eines Wachsstockes, eine sehr lange und dünne Form der Kerze stellte an das Können des Wachsziehers besondere Anforderungen.

Die gezogenen Kerzen oder Wachsstöcke waren früher und auch heute eine der schwierigsten Arbeiten der Kerzenhersteller und zwar wegen der vollkommenen Gleichheit, der Docht in seiner ganzen Länge haben muss. Die damaligen Schwierigkeiten waren, als man den Docht noch mit der Hand spann, mit verschiedenen starken Fäden einen gleichmäßigen starken Docht zu erzeugen. Heute ist diese Schwierigkeit verschwunden, da die neuen Maschinen mit großer Regelmäßigkeit verschieden starke Dochte erzeugen können.

Der eigenliche Vorgang des Wachsziehens zur damaligen Zeit wurde wie folgt beschrieben:
Man benötigt dazu 2 Trommeln und einen Werktisch mit der Wachspfanne und dem Zieheisen.In der Regel wurden die beiden Trommeln auch Zugtrommel oder Winden genannt, im Abstand von ca. 6 Metern beiderseits des Werktisches aufgestellt. Die Trommeln waren bis zu 60 cm breit und hatten mindesten einen Durchmesser von 1 Meter. Im Werktisch wurde eine Pfanne eingesetzt, worin das Wachs getan wurde. Unterhalb der Pfanne befand sich eine Kohlenpfanne mit glühenden Kohlen, die das Wachs zum schmelzen brachte. Nun wurde eine Trommel mit einen extrem langen Docht gleichmäßig bezogen. Nun zieht der Wachszieher den von der einen Trommel durch das heiße Wachs in der Pfanne zur zweiten leeren Trommel. Jedoch muss er den Docht zuerst in einem Haken einhängen, damit der Docht in das zerschmolzene Wachs eintaucht. Danach wird der Docht durch ein Zieheisen gezogen. Dieses Zieheisen ist eine eiserne oder kupferne Platte mit kegelförmigen Löchern von verschiedenen Größen. Es wurde so über das Becken aufgestellt, dass das von dem Docht abfallende überschüssige Wachs wieder in die Wachspfanne hineinfällt. Da Zieheisen wurden von zwei solchen Zangen gehalten, das man es immer auf die Seite der Pfanne bringen konnte, so dass die Löcher gegen die Trommel standen, welche man gerade abwindet.

Bei jedem Zug nahm der Docht eine hausdünne Schicht Wachs auf. Also zog man den Docht so lange von einer Trommel durch das heiße Wachs, dem Zieheisen zur anderen Trommel, bis man die gewünschte Stärke der Wachsschnur bzw. langen dünne Kerze erreichte. Wenn man damit zu Ende, und die Kerze bzw. der Wachsstock zu seiner Dicke gekommen ist, lässt man ihn zweimal durch eben dasselbe Loch des Zieheisens laufen. Es muss zwischen den beiden Trommel natürlich eine gewisse Entfernung sein, damit das Wachs Zeit hat, sich ein wenig abzukühlen. Der Wachszieher muss auch während er mit der einen Hand die Trommel dreht, mit der anderen Hand die Wachsschnur leiten. Diese alte Methode Kerzen zu ziehen ist im Prinzip eine einfache Technik erfordert aber viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Auch die Raumtemperatur ist von großer Bedeutung sowie das flüssige Wachs, Bienenwachs, in der Zugpfanne darf nicht zu heiß und nicht zu wenig warm sein. Selbst die Geschwindigkeit, mit der die Trommeln gedreht werden, beeinflusst das Ansetzen des Wachses auf den Docht.

Wenn die fertige Wachsschnur noch warm ist, wird sie meistens über ein Holzstück zu einer besonderen Kerze den Wachsstock gewickelt. Die häufigste Form war die sog. Taschenform, aber im Laufe der Zeit entstanden unzählige andere aufwendige Formen des Wachsstockes. Einige Jahrhunderte lang, vor allem im 16.-19. Jahrhundert, war der Wachsstock ein sehr beliebtes Beleuchtungsmittel. Er hatte der Kerze gegenüber mancherlei Vorteile. Die breite Standfläche des normalen Wachsstockes machte es möglich ihn auch ohne Leuchter oder Halter zu benutzen. Aufgrund seines geringen Durchmessers war diese Art der Kerze sehr sparsam und tropfte kaum.

Die häufigsten Formen waren handlich und klein und konnten bequem in Jacken- und Handtaschen eingesteckt werden. So war der Wachsstock genauso wie die Kerze eingebunden in den Ablauf des Lebens und des Jahres mit al seinem Brauchtum und begleitete den Menschen oft sein Leben lang.

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